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Kreativitätstechniken für Marketers und  E-Commerce-Experten

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3 Techniken für mehr Output

„Könnt ihr mal ein bisschen kreativ werden?!” Diese Bitte hat bestimmt jeder Marketer im E-Commerce schon einmal von seinen Kollegen gehört – egal, ob es um eine Produktinnovation, die neueste Online-Kampagne oder um den Plot für den nächsten Werbespot geht. Aber Kreativität auf Knopfdruck ist so eine Sache.

Wir stellen Ihnen 3 Kreativitätstechniken vor, mit denen Agenturen oder Inhouse-Marketing-Abteilungen effektiv und ohne viel Aufwand zu innovativen Arbeitsergebnissen kommen. Wissen Sie, welches kreative Potenzial in Ihrem Team steckt? Probieren Sie es aus!

  1. Walt-Disney-Methode
  2. 6-3-5 Brainwriting
  3. Morphologischer Kasten

1. Die Walt-Disney-Methode

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Namensgeber dieser Kreativitätstechnik ist niemand Geringeres, als der bekannte Vater des Zeichentrickfilms aus Hollywood höchstpersönlich – Walter Elias Disney. Grundlage dieser Methode ist ein Rollenspiel, bei dem die Teilnehmer abwechselnd in drei unterschiedliche Rollen hineinschlüpfen: die des Träumers, des Realisten und des Kritikers. Der Sinn besteht darin, eine Problemstellung aus möglichst vielen unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und so zu einem differenzierten Lösungsvorschlag zu gelangen.

 Die Walt-Disney-Methode eignet sich für:

  •  Kreative Ansätze
  • Werbespots
  • Kampagnen- und Konzeptentwicklung
Sie brauchen dafür:
  • 3-4 Leute
  • ca. 1-2 Stunden Zeit
  • Schreibmaterial
 

Das zeichnet die Rollen aus

Der Träumer

Der Träumer betrachtet das Problem aus einem rein subjektiven und enthusiastischen Blickwinkel. In puncto Kreativität sind ihm keine Grenzen gesetzt. Jeder noch so verrückt-versponnene Ansatz ist willkommen, denn er birgt die Chance für neue, visionäre Ideen. Leitfragen sind: Welche Fantasien und Visione habe ich? Was wünsche ich mir? Welches Zielszenario ist erstrebenswert?

Der Realist

Der Realist bildet den pragmatischen Gegenpol zum Träumer und befragt dessen Vorschläge auf ihre praktische Umsetzbarkeit. Seine Leitfragen lauten: Welche Gefühle weckt die Idee? Was muss für die Umsetzung getan oder gesagt werden? Was wird für die Umsetzung benötigt (Material/Wissen/Techniken)? Welche Grundlagen sind bereits vorhanden? Kann der Ansatz getestet werden?

Der Kritiker

Der Kritiker hat die Aufgabe, mögliche Fehlerquellen bei der Umsetzung zu identifizieren. Dazu setzt er sich konstruktiv mit den idealistischen Visionen des Träumers und den praktischen Umsetzungsvorschlägen des Realisten auseinander. Seine Leitfragen sind: Wie denke ich über den Vorschlag? Was könnte verbessert werden? Worin liegen die Chancen, worin die Risiken? Was wurde übersehen?

Vorbereitung

Wenn genügend Räume zur Verfügung stehen, richten Sie in der Phase der Rollenvorbereitung drei Räume entsprechend dem Naturell der unterschiedlichen Typen ein. Der Raum des Träumers ist groß, hell und gemütlich-kreativ, der des Realisten nüchtern und nur mit dem Nötigsten möbliert. Der Raum des Kritikers ist klein und beengt. Bei Platzmangel stellen Sie drei Stühle in verschiedenen Ecken des Raumes auf. Geben Sie sich und Ihren Kollegen Zeit, um in die unterschiedlichen Rollen hineinzuschlüpfen. Denn die Methode funktioniert umso effektiver, je besser sich die Teilnehmer mit ihren Profilen identifizieren.

Ablauf

Um die einzelnen Rollen klar voneinander abzugrenzen, hilft es, wenn unterstützend zu den Rollen Träumer, Realist und Kritiker ein Moderator eingesetzt wird, der als neutraler Beobachter und ggf. Berater fungiert. Die einzelnen Rollen werden (bis auf die des Moderators) im Wechsel so lange von den Teilnehmern durchgespielt, bis eine tragfähige Idee entwickelt wird. Der Kreativitätsprozess ist abgeschlossen, wenn keine relevanten Fragen mehr offen sind.

Vorteile der Walt-Disney-Methode

  •  Auflösung von festgefahrenen Denkstrukturen
  • Unrealistische Ideen haben die Chance, als innovative Ansätze erkannt zu werden

Das gilt es zu bedenken
  •  Die einzelnen Rollen sollten klar voneinander abgegrenzt werden
  • Die Methode kann zeitintensiv sein


2. Das 6-3-5 Brainwriting

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Die Kreativitätsmethode 6-3-5 wurde 1968 von dem Marketingberater Bernd Rohrbach entwickelt. Sie eignet sich hervorragend für die schnelle, gemeinschaftliche Produktion von vielen Ideen.

Die 6-3-5-Methode eignet sich für:

  • Storytelling
  • Kampagnen- und Konzeptentwicklung

Sie brauchen dafür:
  • 3-6 Leute
  • ca. 30 Minuten Zeit
  • Schreibmaterial
 
Ablauf

Das Grundprinzip ist sehr einfach: 6 Teilnehmer erhalten je ein Blatt mit drei Spalten und sechs Zeilen. Jeder Teilnehmer trägt in die erste Zeile zu der vorgegebenen Problemstellung drei Ideen ein. Dafür stehen ca. 5 Minuten zur Verfügung. Im Anschluss gibt jeder sein Blatt im Uhrzeigersinn an den Nebenmann weiter. Dieser hat nun die Aufgabe, die Ideen des Vorgängers in den drei darunter liegenden Kästchen zu ergänzen und weiterzuentwickeln. Das Verfahren dauert so lange an, bis jeder einmal alle Ideen gesehen und weiter bearbeitet hat. Im Idealfall können hier folglich innerhalb von 30 Minuten 108 neue Ansätze entstehen. Natürlich kann die Anzahl der Teilnehmer beliebig ausgebaut werden. Das hat den Vorteil, dass sich dadurch auch die Anzahl der Ideen vervielfacht. Mindestens sollten es allerdings 3 Teilnehmer sein, um den Multiplikator-Effekt und den kreativen Austausch zu gewährleisten.

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Vorteile der 6-3-5-Methode
  •  Funktioniert auch bei ungeübten Teilnehmern gut
  • In kürzester Zeit entstehen sehr viele Ideen
  • Direktes Feedback zu entwickelten Ideen
  • Das Risiko von Denkblockaden innerhalb der Gruppe ist geringer, da jeder für sich selbst Ideen entwickelt

Das gilt es zu bedenken
  • Die Ideen können sich wiederholen
  • Das Denken in Kästchen hemmt bei manchen die Kreativität
  • Arbeiten unter Zeitdruck ist nicht jederman’s Sache

3. Der Morphologische Kasten

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Die morphologische Analyse ist eine Kreativitätsmethode, die auf den Schweizer Astrophysiker Fritz Zwicky zurückgeht. Seinen Namen verdankt diese Methode der Tatsache, dass eine Problemstellung in ihre Einzelheiten zerlegt wird, welche im Anschluss vielfältig neu kombiniert werden. Auf diese Weise lassen sich viele unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten erarbeiten und wertfrei betrachten. Die Teilnehmerzahl ist prinzipiell nicht begrenzt. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass eine Gruppe mit bis zu sieben Mitarbeitern besonders produktiv ist.

Der Morphologische Kasten eignet sich für: 
  • Produkterweiterungen
  • Produktinnovationen
Sie brauchen dafür:
  • 3-7 Leute
  • ca. 30-60 Minuten Zeit
  • Schreibmaterial
Ablauf

Der Aufbau eines Morphologischen Kastens folgt klar definierten Regeln. Am besten lässt sich dies anhand eines Beispiels zeigen. Nehmen wir einmal an, ein Händler, der Waschmittel verkauft, möchte sein Verpackungsdesign ändern. Hierfür werden in einem ersten Schritt die das Produkt bestimmenden Merkmale definiert und systematisch untereinander aufgelistet.

Achten Sie bei der Erstellung der Merkmale darauf, dass:
  • … sich auf zwischen vier bis maximal zehn Merkmale zu beschränken.
  • … die Merkmale den Kern der Fragestellung treffen.
  • … die Merkmale voneinander logisch unabhängig sind.
  • … die Merkmale auf alle denkbaren Lösungen und nicht nur für eine Teilmenge des Problems zutreffen.


Kreativitaetstechniken-Morphologischer-Kasten_Beispiel-Verpackung-für-Waschmittel.jpg

Quelle

Im nächsten Schritt definieren Sie unterschiedliche Ausprägungen des Merkmals. Im Fall des Verpackungsdesigns sind das wie die Abbildung zeigt beispielsweise die unterschiedlichen Formen der Waschmittelverpackung, unterschiedliche Materialien, Farbe etc. Kombinieren Sie anschließend mit einem Farbstift die Merkmale miteinander. Dabei können Sie entweder systematisch vorgehen und unter den zur Verfügung stehenden Alternativen die bestmögliche Auswahl treffen. Oder Sie verbinden intuitiv aus jeder Zeile eine Ausprägung. Wie Sie an dem Beispiel sehen können, entsteht dadurch eine Vielzahl an Lösungsansätzen. Abschließend werden die Favoriten von allen Teilnehmern auf ihre Tauglichkeit und ihren Innovationscharakter evaluiert. 

Vorteile des Morphologischen Kastens 
  • Die vielen unterschiedlichen Facetten einer Problemstellung werden gut sichtbar
  • Auch unter Zeitdruck lassen sich effiziente neue Lösungsansätze produzieren
Das gilt es zu bedenken 
  • Die scharfe Abgrenzung der einzelnen Merkmale erfordert Übung
  • Die Matrix ermöglicht keine radikalen Innovationen

 

Fazit: Das Wichtigste nicht vergessen

Der deutsche Werbekaufmann Michael Hahn hat einmal sehr scharfsinnig Folgendes gesagt: „Eine gute Frage ist der beste Anstoß zu mehr Kreativität.” In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Erfolg beim Anwenden der unterschiedlichen Techniken!

Mobile Marketing, Marketing Tipp der Woche

Stefanie Evita Schaefer

Autor: Stefanie Evita Schaefer

Stefanie Evita Schaefer ist Content Marketing Manager bei Shopgate. Als gelernte Literaturwissenschaftlerin und frühere Lektorin ist sie geübt darin, die unterschiedlichsten E-Commerce-Themen verständlich auf den Punkt zu bringen. Ihr Interesse gilt immer der Perspektive des Online-Händlers, den sie mit Hintergrundwissen und Tipps in seinem Daily Business unterstützt.

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