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Käufer-Lust und Händler-Frust: Risiken mobiler Online-Shops

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Das Smartphone ist immer und überall dabei. Shops vergleichen, Produkt aussuchen, Warenkorb bestellen – und das alles von unterwegs. Das können Online-Händler für sich nutzen; vorausgesetzt sie verfügen über einen für mobile Endgeräte optimierten Shop oder eine App. Denn wer kein komfortables Einkaufserlebnis bieten kann, ist schnell wieder weg vom Display. Bei aller Ausrichtung auf den Komfort sollte aber nicht vergessen werden, dass rechtliche Vorgaben auch auf mobilen Endgeräten zum Problem für Händler werden können. Ein Überblick über häufige Stolpersteine.

Ralph Günther, Experte für die Absicherung von Online-Händlern und Geschäftsführer bei exali.de, erklärt heute in seinem Gastbeitrag, welche Informationen unbedingt zum mobilen Shop gehören und warum es sinnvoll ist, sich daran zu halten. Zudem klärt er wöchentlich auf seinem Blog „Vermögensschaden: Versicherung neu denken“ auf.

Steil nach oben: Mobile Shopping ist en vogue

Deutsche Kunden, die dem Vorurteil zufolge eher konservativ und skeptisch gegenüber Neuem sind, liegen im internationalen Vergleich auf Platz zwei der Mobile-Shopper. Mehr als jeder vierte Deutsche hat im vergangenen Jahr per Smartphone eingekauft. Im Durchschnitt wurden dabei rund 659 Euro in 13 Käufen ausgegeben – und die Tendenz ist stark steigend! Schon für dieses Jahr sollen es 17 Käufe mit einem Gesamteinkaufsvolumen von 873 Euro sein. Der Kuchen wird als größer und jeder will ein Stück abhaben.

Wichtige Unterschiede zwischen Desktop und mobilem Shop

Dabei sollte klar sein, dass es nicht damit getan ist, einfach alle Inhalte des Online-Shops ins mobile Layout zu übertragen, schließlich wird mit dem Smartphone ganz anders navigiert als am Desktop-PC oder dem Netbook.

Auch einige rechtliche Aspekte müssen beachtet werden, denn auch beim mobilen Shopping müssen Gesetze und Vorschriften zum Schutz der Kunden eingehalten werden. Weil auf dem kleinen Display eines Smartphones aber wesentlich weniger Platz ist als auf dem Monitor eines Laptops, muss dieser optimal genutzt werden. Wer hier schlampig arbeitet, wird zum einfachen Ziel für Abmahner.

Bei der Gestaltung von Buttons auf die Gesetzeslage achten

Bei der Beschriftung des Bestell-Buttons hat der Gesetzgeber strenge Vorgaben erlassen, die auch bei mobilen Shops bzw. Shop-Apps beachtet werden müssen. So reichen Beschriftungen wie „weiter“, „Bestellen“ oder „Bestellung abschließen“ nicht aus, um dem Verbraucher klarzumachen, dass durch das Klicken des Buttons ein zahlungspflichtiger Kauf bestätigt wird. Wer keine Abmahnung riskieren will, muss Buttons einbauen, die Platz für Formulierungen wie „zahlungspflichtig bestellen“ oder „kostenpflichtig bestellen“ lassen.

Informationspflichten gelten auch im mobilen Netz

Trotz beschränkter Ansichtsfläche müssen alle Informationen untergebracht werden, die auch beim Einkaufen im Online-Shop verpflichtend sind. Denn: Die Informationspflicht für Online-Händler ist gesetzlich geregelt (Art. 246a § 1 EGBGB).

Sie sieht vor, dass (potenzielle) Kunden unmittelbar vor dem Kauf über die wesentlichen Eigenschaften des Produktes aufgeklärt werden, dass ihnen der Preis sowie gegebenenfalls weitere Verpflichtungen des Kaufvertrags dargelegt werden und dass sie ihre Widerrufsrechte genau kennen. Auch wenn die Anzeige auf einem Smartphone auf einem wesentlich kleineren Display erfolgt, bedeutet das nicht, dass auch die Anforderungen an die Informationspflicht geringer sind. Es muss dennoch alles angezeigt werden, was für den Käufer relevant ist. Entscheidende Informationen wie Energieeffizienzklasse und Lieferfrist müssen Platz finden.

Impressumspflicht nicht vergessen

Außerdem muss das Impressum alle wichtigen Angaben zum Unternehmen enthalten und auch im mobilen Shop oder der App durch maximal zwei Klicks (Stichwort „2-Klick-Regel) erreichbar sein. Verletzungen der Impressumspflicht gehören übrigens zu den häufigsten Rechtsfehlern, die gerne auch von Wettbewerbern abgemahnt werden.

Bilder in der Shopping-App einbinden? Vorsicht!

Seit Storytelling (also das Erzählen von Geschichten rund ums Produkt) ein beliebtes Marketinginstrument ist, treffen Urheberrechtsklagen vermehrt auch Onlineshops. Reine Produktbilder haben schon lange ausgedient. Der Kunde will beim mobilen Shopping etwas erleben und Geschichten mit bewegenden Bildern sehen.

Für Händler gewinnen Lizenzrechte (an Bildern und Videos) deshalb an Bedeutung, denn deren Verletzung kann teuer werden. Beim Layout der Shopping-App oder der mobilen Webseite sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass direkt am Bild die Möglichkeit einer Urheberrechtsnennung geschaffen wird. Viele Lizenzen sehen vor, dass der Urheber direkt am Werk genannt wird. Bietet das App-Design oder das Layout des mobilen Shops diese Möglichkeit nicht, sind Abmahnungen vorprogrammiert.

Zum Glück gibt es einige kostenlose Bilddatenbanken, deren Bilder auch ohne Urheberrechtsnennung verwendet werden dürfen - z.B. www.pixabay.com/de.

Pixabay-Ansicht.pngBei App und mobiler Seite vorher Gesetzeslage bedenken

Im Eilverfahren eine mobile Seite oder App aufzusetzen ist keine gute Idee – die Risiken sind zu vielfältig. Wer seinen Shop auf Smartphone und Tablet ausrichten will, sollte sich Zeit nehmen. Besser von vorneherein umfassend planen, statt im Nachhinein Fehler auszubügeln. Grundsätzlich gilt: Alle Regeln, die bereits für den Aufbau des „normalen“ Online-Shops beachtet werden müssen, sind auch für die mobile Version oder die App wichtig! In jedem Fall sollten Online-Händler auf Nummer sicher gehen falls trotz aller Sorgfalt etwas übersehen wird und sich mit einer Webshop-Versicherung gegen Schadenersatzforderungen Dritter, Abmahnungen und teure Eigenschäden absichern. Damit sind viele der größten Risiken, die Webshop-Betreiber im Business treffen können, gebannt. 

Mobile Optimierung

Ralph Günther

Autor: Ralph Günther

Ralph Günther von exali.de gilt als ausgewiesener Experte, wenn es um Risikomanagement und spezifische Absicherung für den Online-Handel/eCommerce geht. Als einer der Vorreiter im Online-Versicherungsbusiness hat er aktiv an der Verbesserung des Versicherungsschutzes in diesem Bereich mitgewirkt und ein neues Versicherungskonzept am Markt eingeführt. Ralph Günther schreibt als Fachautor in relevanten Medien. Zudem klärt er wöchentlich auf seinem Blog „Vermögensschaden: Versicherung neu denken“ auf.

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